Das Schweigen ist der Platz des Wortes GOTTES.

Vielen Dank an Rosemarie, die uns diesen Beitrag aus den Aufzeichnungen von Madeleine Delbrel (1904-1964) zur Verfügung gestellt hat.

Das Schweigen fehlt uns nicht.

Einfach nur den Mund halten ist noch kein Schweigen.

Alle Geräusche, die uns umgeben, machen viel weniger Lärm als wir selber. Der eigentliche Lärm ist der Widerhall der Dinge in uns. Wer spricht, unterbricht damit nicht unbedingt das Schweigen.

Das Schweigen ist der Platz des Wortes GOTTES. Wenn wir sprechen, wiederholen wir dieses Wort – wir hören dabei nicht auf zu schweigen.Unser Herz sammelt sich mit großer Leichtigkeit, damit GOTT seinen Namen darin ertönen lassen kann.

Manchmal heißt schweigen, den Mund halten, immer aber heißt es lauschen – auf das Wort GOTTES ausgerichtet sein. Ein Tag voller Geräusche und Stimmen kann ein Tag des Schweigens sein, wenn der Lärm uns zum Widerhall der Gegenwart GOTTES wird.

Schweigen ist Liebe und Wahrheit.

Es antwortet dem, der nach etwas fragt, aber es gibt nur Worte von sich, die Leben bedeuten.

Die leeren Worte, in die wir unsere Gedanken kleiden, sind eine dauernde Vergeudung unserer selbst.

Das Schweigen ist keine Flucht, sondern Sammlung. Das Schweigen ist keine Blindschleiche, die beim leisesten Geräusch davon flieht, sondern ein Adler mit kraftvollen Schwingen, der über das Getöse der Erde der Menschen und des Windes hinausfliegt.

Das Schweigen ist unentbehrlich, um GOTT zu finden. Es heißt, auf GOTT zu lauschen; heißt, alles auszuschalten, was uns daran hindert, zu lauschen, GOTT zu hören, wo ER spricht –

Sind wir ein Echo des Wortes GOTTES, wenn wir reden oder „schneiden wir IHM das Wort ab mit unserem Denken/Reden?“

Unser ganzes Leben muss ins Schweigen kommen, muss all das zum Schweigen bringen, was in uns reden will – aus Selbstbezogenheit oder Stolz. All das , was in uns nichtig ist, was in uns eingedrungen ist – das, was den wahren Lärm ausmacht. Wir sollten die Worte, die wir empfangen nicht ersticken, dämpfen, abschwächen durch eine Schicht in uns, die voller Staub und voller Gedanken, Wünschen und Selbstbezogenheit ist. So würden wir IHM das Wort abschneiden.

 

 

3 Gedanken zu „Das Schweigen ist der Platz des Wortes GOTTES.“

  1. Danke für diesen Text,
    ich dachte ich brauche das nicht immer zu machen.
    Und ich fühle jetzt, dass alles andere nicht heilsam ist.
    Lauschen in Presents und Liebe.
    Rolf

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