Einmal München und zurück!

Ein Beitrag von Kurt aus Beratzhausen bei Regensburg

Untertags in München tätig, fuhr ich am Mittwoch den 12. Oktober 2011 gegen 17:45 Uhr mit der Bahn über Regensburg nach Beratzhausen nach Hause. Kurz vor der Abfahrt kaufte ich mir noch ein Paar Wienerwürstel, ein Päckchen mittelscharfen Senf, drei Brezen und eine Flasche Münchner Bier als Wegzehrung im Bahnhof.

Im recht vollen Zugabteil fand ich sogar noch einen Fensterplatz, allerdings zum Preis, dass ich einen großen Pappkarton, das Paketstück einer mir gegenübersitzenden jungen Frau, am Boden zwischen meine Beine „geschoben“ bekam. Mein eigenes Gepäck musste ich auf den Schoß nehmen, die Bierflasche stellte ich auf die vorgesehene Vertiefung auf das Fensterbrett. Kaum noch bewegungsfähig, versuchte ich dennoch, an meine noch lauwarmen Wienerwürstel in der obersten Tüte meiner Tasche zu kommen, was auch gelang. Ich riss den Senfbeutel auf und tunkte das Ende der ersten „Wiener“ hinein. Die Wurst schmeckte wie „drei Stunden im Wasserbad geschwommen“ hauptsächlich nach dem guten, bekannten Münchner Senf. Ein Stück Breze dazu und noch ein Schluck Bier rundete meine Brotzeit ab.

Der Zug hielt gerade das dritte Mal in Landshut an. Mein Blick ging nach außen und sah eine junge Frau freudig ihrem jungen Freund, der sie vom Bahnsteig abholte, entgegenlaufen. Kurz danach nahm er seine Geliebte in die Arme und küsste sie zärtlich auf den Mund………………………..

Mein Bewusstsein, meine „Wahrnehmung“ veränderte sich nun. Liebe und Frieden stiegen in mir auf und dehnten sich mehr und mehr aus. Jetzt „verstand“ ich klar und einfach, warum Liebe nicht gelehrt werden kann. Sie ist kein Gefühl, keine Emotion! Eine Empfindung, das Sein hatte mich „umfangen, war in mir aufgestiegen“. Ich war in Liebe mit dem Paar und ihrer Verbundenheit. Jetzt verstand ich, was Michael vor einiger Zeit in einer Session gemeint hatte, als er von einer Mutter und deren Liebe zu ihrem Kind sprach, woran man einfach in Liebe teilnehmen könne, bzw. einem ähnlichen Beispiel.

Der Zug fuhr wieder an, und mein Blick schweifte im Abteil von den Mitreisenden/Brüdern zu den Sitzbänken, Wänden und Fenstern. Das in Liebe und Frieden Sein „erfasste und durchdrang“ nun alles, nahm alles in sich auf. Ein Mann hinter einer dicken Zeitung wurde von diesem Sein ebenso „erfasst“ wie der mit dem Laptop arbeitende Nachbar. Ich? Ich selbst war so erfüllt in Liebe und Frieden, sodass klar war, dass alle Informationen der Zeitung, und alles Wissen, das hier im Laptop abrufbar war, in dieser Liebe schon immer komplett vorhanden waren. Alles Wissen-Wollen war plötzlich überflüssig und als Informiertsein-Müssen erkannt worden, unerfüllt und ohne Chance je Erfüllung und Abschluss zu finden, welche Tragik! Alles war jetzt wie es sein sollte, nichts konnte anders sein. Mein Tinnitus im Kopf war auch noch da, doch was hatte er mit dieser Liebe zu tun? Nur sie war real, wirklich!

Innerhalb dieses Seins-Zustandes liefen noch zwei kurze Szenen in meinem Geist ab. Was geschähe, wenn die Frau mir gegenüber plötzlich Ärger empfinden und mich nun plötzlich angreifen und beschuldigen würde. Die Liebe „in mir“ antwortete sofort mit dem einzigen „Wunsch“ ihrer Art zu sein, sie tröstete sofort diese Frau und wollte nur ihr Glücklichsein. Jetzt verstand ich auch die Aussage von Jesus im Kurs: Es gibt nur „zweierlei Menschen“, die einen schreien nach Liebe, die anderen geben Liebe! War ich nun plötzlich fähig geworden zu den Gebenden zu gehören? Ja! Ich schaute auf die Abteilwand des Zuges, seltene Worte gingen durch meinen Geist: Ich bin glücklich, ja glücklich! Seit vielen Jahren endlich wieder! Mein Blick ging nach draußen in die Dunkelheit, es regnete.

Die zweite Szene im Geist sah „mich“ dort in einer weiteren Situation. Ich lief im Freien und wurde von Menschen, die mir aufgelauert hatten, völlig aller Habe inklusive meiner Kleider beraubt. Das Sein in Liebe und Frieden wurde dadurch in keiner Weise verändert. Ich lief einfach nackt in der Nacht bei Regen jedoch glücklich weiter! Diese Liebe, dieser Frieden sind nicht von dieser Welt; in Wahrheit bin ich, der Träumer des Traumes, ja gar nicht hier, ihr auch nicht! Lasst mich und dich und euch diesen glücklichen Traum mehr und mehr erleben und ausdehnen. In Wahrheit sind wir deshalb hier!!!

Euer Kursbruder Kurt aus der Oberpfalz

P.S.: Dem „Liebesgärtner“ Michael noch ein besonders dickes Dankeschön. „Deine Samen“ gehen wohl in vielen Geistern und an vielen Orten auf!

2 Gedanken zu „Einmal München und zurück!“

  1. Lieber Kurt,
    ach, es war schön deinen Artikel zu lesen. An dir ist ein Schriftsteller „verloren gegangen“. Ich hoffe du besuchst uns bald wieder! Sandra

  2. Danke Kurt Bruder, für die wundervolle Beschreibung deiner Er l eb nisse. Es hat mir wieder einmal gesagt, daß ich nur noch DAS will : EinsSein und EinsSein“fühlen“ mit allen. …und gemeinsam können wir DAS ausdehnen, in IHM , der unsere Quelle ist
    Dein Glück dehnt sich konstant auf alles aus, danke, es hat mich „berührt“.
    bis gleich
    Uli

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