Meine Werkzeugkiste

 

Liebe Brüder,
ich habe vor ein paar Monaten eine Art „Kurs-Werkzeugkiste“ zusammengestellt.
Es soll eine Art schnelle Hilfe sein, wenn man sich mal wieder verbohrt hat. Mir hilft es sehr mich immer wieder zu erinneren, was es für mich zu lernen gibt. Viel Freude beim Lesen und vorallem beim Anwenden! Sandra

 

Die Sühne annehmen [1]:

Die Schritte zur Sühne:
→ »Erkenne zuerst, dass dies Angst ist.
→ Angst entsteht aus einem Mangel an Liebe.
→ Das einzige Heilmittel für einen Mangel an Liebe ist die vollkommene Liebe.
→ Vollkommene Liebe ist die Sühne.«[2]

Die Sühne ist die Berichtigung, die vollkommene Liebe Gottes. Angst ist ein Mangel an Liebe. Wenn ich irgendein Problem (Groll, Verzweiflung, Schmerz usw.) habe, ist dies immer ein Mangel an Liebe, und das ist ein Fehler – eine Fehlschöpfung. Ein Fehler bedarf einer Korrektur, dazu benütze ich einfach die Tageslektion oder irgendeine Kursstelle, die mir einfällt. Ich trete zurück und lasse mir von der Vergebung sagen, was zu tun ist.[3] Ich wähle noch einmal und bitte den Heiligen Geist, dass Er mir Seine Sicht der Situation zeigt.

 

Zurücktreten:

Ich will meinem Ego nicht die Führung überlassen, denn das Ego führt mich in mein Verderben, in den Tod – und zwischendrin mal in vergängliche Freuden, für die ich aber auch einen hohen Preis zahlen muss.

„Jesus, ich bitte dich, kontrolliere du mein Ego und kümmere dich um meinen Körper. Ich kontrolliere die Angst.“  –  Ich kann Jesus als meinem älteren Bruder vertrauen und ihm die Obhut über meinen Körper und mein Ego überlassen.[4] „Meinen Geist befehle ich in deine Hände, Vater“.

„Ich bin sicher bewahrt im Herzen Gottes, es ist nichts Wahres bedroht.[5]

Wenn ich zurücktrete, wirkt Gott durch mich. Nicht ich bin es, der etwas bewirkt. Von mir aus kann ich nichts tun, denn die Liebe bläht sich nicht auf.

„Vater, mache mich zu einem Instrument deines Friedens, ich will dir dienen“.

Der Heilige Geist verlangt von mir nichts Übermenschliches. Er leitet mich an, Dinge zu tun, die notwendig sind, um zu heilen, um zu lieben und um zu dienen.

→  Wenn ich mit meinem Körper zu einem Instrument Gottes werde, wird mein Körper perfekt funktionieren. Ich brauche mich nicht zu sorgen um meine Gesundheit oder die Bedürfnisse meines Körpers, es ist für alles gesorgt.

 

Ich entscheide mich gegen das Gefühl

Sich gegen ein Gefühl zu entscheiden ist keine Form der Verdrängung, sondern ich übernehme meine Verantwortung für die Sühne, denn was nützt mir mein Groll oder meine Abneigung gegen einen Bruder? Was soll mein Gegenüber mit meiner Trauer anfangen (außer sie zu berichtigen)?

Mein Ego wird rebellieren, wenn ich mich einfach gegen die aufflackernde Wut oder den Schmerz entscheide. Aber die Macht der Entscheidung ist mir gegeben. Ich entscheide, ob ich ein Diener Gottes oder der Sklave des Ego sein will.

 

Vergeben, was ein anderer nicht getan hat

Mein Bruder hat mich nicht verletzt, noch kann ich ihn verletzen. Nur ein Ego kann dem anderen Ego scheinbar in einem (Alp-)Traum etwas antun, aber nicht mein heiliger Bruder. Denn wir sind eins als der heilige Sohn Gottes – dieser kann nicht leiden noch anderen Leid zufügen. Ich kann keinen Anteil von mir, also auch niemand anderen, verurteilen oder ihm meine Liebe oder Freude vorenthalten. Denn ich bin er, wir sind vereint in der Vergebung und in der Liebe Gottes als ein Sohn.

Ich möchte mich an den göttlichen Funken in meinem Nächsten erinnern und mich als das erkennen, was ich in Wahrheit bin. Ich bin weder ein Mensch noch ein Körper – wenn ich es wäre, wären auch die Verletzungen wahr und könnten weder heile n noch vergeben werden. Ich bin also froh und dankbar, dass mein Reich nicht von dieser Welt ist und das vergängliche Leben nicht mein wahres ewiges Leben ist. Die Zeit, in der wir unsere Wunden geehrt und bearbeitet haben, ist vorbei (das ist Teil unseres vergangenen Lernens und hat ausgedient).

In Wahrheit besteht keine Notwendigkeit, von anderen, z.B. von meinen Eltern, geliebt, von Freunden respektiert, vom Arbeitgeber gewürdigt, vom Partner geachtet usw. zu werden. Ich bin der heilige Sohn Gottes, dieser kann nicht leiden und ist auch nicht bedürftig. Gott hat uns vollkommen erschaffen. Gott hat keine Welt erschaffen, in der wir ums Überleben kämpfen müssen oder Prüfungen zu bestehen haben. Also kann ich getrost meinem Bruder vergeben, was er nicht getan hat. Denn ich werde nur von der Liebe Gottes erhalten.[6]

 

Wie kann ich Probleme mit meinem Bruder heilen? 

Wir können aus jeder Äußerung, aus jedem Angriff, aus jeder Verteidigung, aus jeder Verachtung die „Bitte um Vergebung – den Ruf nach Liebe“ hören.[7]

Ich möchte nicht die Schuld oder die Sünde wahr machen, indem ich das Problem analysiere, besprechen möchte, sehr ernst nehme usw. Es ist hilfreich, wenn ich zuerst zurücktrete, in meinem Geist auf schieren Schrecken schaue, meine tausend Urteile, Ablehnungen, Befürchtungen und Gefühle usw. finde, sie dem Heiligen Geist übergebe und für mich die Sühne annehme.

„Ich lasse mir von der Vergebung sagen, was es zu tun gibt.“[8] Und wenn ich dann zu meinem Bruder gehe und mit ihm über die Angelegenheit spreche, dann mit viel weniger Groll, Angst und Forderungen. Dann kann die Beziehung heilen und es geht nur zweitrangig um die äußere Angelegenheit. „Ich möchte mit Liebe darauf schauen und meinem Bruder mit Achtung und Sanftmut begegnen.“

Vergebung ist von Würdigen für Würdige.[9]

»Wenn ich geheilt bin, bin ich nicht allein geheilt.«[10] Ich kann in jeder Situation auch wieder an weitere Brüder denken, die z.B. in einen heftigen Ehestreit, einen Nachbarschaftskrieg oder in einen Rechtsstreit investieren, und sie in unsere Heilung mit einschließen. Ich bin der Erlöser der Welt, und Vergebung ist meine Funktion.[11]


Heilende Träume 

„Wann stehe ich auf, wann gehe ich ins Bett, wie viel Schlaf brauche ich, wo steht mein Bett …?“ – das sind alles Entscheidungen, die ich Jesus überlassen kann.

Ich werde gebeten, kurz vor dem Schlafen zurückzutreten, meinen Geist in die Hände meines Vaters zu befehlen und mit der Lektion im Geist einzuschlafen, um auch in der Nacht nicht mehr zu irren. Auch die Nacht will ich nützen, um mit meinen Brüdern zu heilen.

Nachtgebet aus einer Sessions: „Vater, ich bitte Dich, benütze meinen Körper, wenn ich im Bett liege, um mit meinen Brüdern zu heilen. Lass den Heiligen Geist durch mich wirken. Ich bin dankbar für Deine Führung und dass Du durch mich meine Brüder liebst. Amen.“

 

»Gott ist in allem, was ich sehe, weil Gott in meinem Geist ist.«[12]

→ Ich bin der heilige Sohn Gottes, also ist Gott in mir und in meinem Bruder. Ich möchte diese Wahrheit akzeptieren und sie in meinen Geist einlassen.

Wenn Gott in allem ist, ist es hilfreich, auf alles mit Liebe und Sanftmut zu schauen.

Ein Beispiel aus meinem Alltag: „Ich habe mich sehr geärgert über die vielen Schnecken im Garten – und vor allem in den Beeten. Nun segne ich die Schnecken beim Einsammeln und bringe das Eimerchen zusammen mit dem Kater Hugo ein paar Meter weiter weg. Ich empfange gleichzeitig den Segen und den sanften Umgang mit den Schnecken. Und ich empfinde es nicht mehr als so lästig, die „doofen“ Schnecken einzusammeln, sondern sehe es als Lektion an, auch mit mir liebevoll umzugehen. Danke, Bruder, für den Hinweis …, ja, der Heilige Geist spricht aus einem Bruder zu mir, und Er verlangt nichts Unmögliches oder Grauenhaftes von mir. Nein, ich profitiere nur davon.“

 

Disziplin als Lernhilfe

Das Ego sagt zu ständiger Disziplin, zu durchgängiger Vergebung:  Nein! , denn in der Liebe löst es sich auf. 

Ich lasse mich ins Licht führen. Der Heilige Geist verlangt nichts Unmögliches von mir, Er möchte, dass ich mich und meine Brüder erlöse. Dazu können Dinge dienen wie: die Lektions-Zeiten einhalten, pünktlich zu den Sessions kommen, frühes Aufstehen usw. Ich denke nicht, dass Gott eine Uhr hat, aber ich habe eine …



[1] Die in diesem Text enthaltenen Gedanken zu Ein Kurs in Wundern (erschienen im Greuthof-Verlag) stellen die persönliche Meinung und das persönliche Verständnis der Autorin dar und nicht die der Inhaber der Rechte für Ein Kurs in Wundern.

Wörtliche Zitate aus dem Kurs in Wundern sind in Anführungszeichen in der folgenden Form gesetzt: »…«. Für die Quellenangaben wird das System aus Ein Kurs in Wundern verwendet (siehe dort unter »Anmerkungen«).

[2] T‑2.VI.7:5‑8
[3]
siehe Ü‑II.1.5:1
[4]
siehe T‑2.VI.1
[5]
siehe T‑Einl., 2:2: »Nichts Wirkliches kann bedroht werden.«
[6]
siehe Ü‑I.50
[7]
siehe T‑12.I.8:10
[8]
siehe Ü‑II.1.5:1
[9]
siehe T‑2.VI.8:1
[10]
Ü‑I.137
[11]
siehe Ü‑I.62
[12]
Ü‑I.30

6 Gedanken zu „Meine Werkzeugkiste“

  1. So gutes Werkzeug ist echt hilfreich.
    Danke für diese „Vorarbeit“zum fröhlichen, gemeinsamen Üben und Umsetzen…
    Bis gleich …
    Uli

  2. Liebe Sandra,

    danke für deine Werkzeugkiste. Es ist auch meine.
    Wenn wir geheilt sind, sind wir nicht allein geheilt.
    Danke. Wir sind gesegnet liebe Brüder.

    Brigitte

  3. Danke Sadrine,

    eine tolle Anleitung, Hilfe und super Zusammenfassung einiger ganz wichtiger
    Grundregeln hin zu unserer Erlösung.
    Ich bin so froh, dass Du da bist. Mit Dir macht das Erlösen richtig Spaß

    kathy

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