Morgensession vom 27.3.2017 – Mitschrift der ersten 45 Minuten

Hier findest du die fast wörtliche Mitschrift der ersten 45 Minuten der Morgensession vom 27. März 2017 (aufgrund einer Tonstörung schlecht zu hören) zur Lektion 86. Zitate aus dem Kurs in » «.

Cool, ich muss keinen Groll mehr hegen.

»Ich bin kein Körper, ich bin frei.«

Und deshalb kann ich auch die Lektion lernen. Ich kann lernen, unabhängig von der Situation in der der Körper ist, so sein zu wollen, wie ich das will. Ohne, dass das irgendwie abhängig ist vom Körper, vom Zustand, vom Ort, vom Alter, von der Situation. Die maximale Lektion: Jesus hat den Körper kreuzigen lassen, ohne sich selber zu kreuzigen. Ohne sich zu opfern, ohne dass es ihm schlecht gehen musste, ohne dass er leiden musste, ohne dass er Angst haben musste.  Aber ich muss lehren, die Ebenen nicht gleichzusetzen, also sie nicht zu verwechseln.

»Ich bin kein Körper.«

Sonst wäre es unmöglich die Lektion überhaupt lernen zu können. Darum werde ich geschult, nicht immer andere Dinge wahrnehmen zu wollen, nicht immer außen verändern zu wollen. Das ist das Wichtigste für den Lehrer GOTTES. Ein Lehrer GOTTES will nicht, dass andere den Kurs lernen. Er will nicht, dass andere aufhören, ihn zu beschuldigen. Das will er gar nicht. Er will selber den Kurs lernen. Er will, wenn er beschuldigt wird, es selber anders wahrnehmen. Sein Fokus ist nicht, dass der andere endlich aufhört ihn zu mobben, eben nicht. Sein Fokus ist, selber anders wahrzunehmen. Es ist ein ausschließliches Selbststudium, ausschließlich. Und das unterscheidet sich von dem, wie du vorher gelehrt hast.

Denn, nehmen wir etwas ganz Wichtiges: Die Idee, Groll zu hegen, wenn der andere das nicht begreift, was du ihm sagst. Dein Lehrplan würde voraussetzen, dass es ganz natürlich ist, dass du dann Groll hegst. Dein Lehrplan geht von einer Tatsache aus, dass es ja natürlich ist, dass du enttäuscht bist, wenn du dem anderen etwas gesagt hast und er macht es nicht. Du gehst immer von Tatsachen aus, die gegeben sind. Und ein Lehrer GOTTES berichtigt sich da, wo er sich geschworen hat, dass er sich nicht berichtigt – sich nicht. Weil er davon ausgeht, das ist doch klar, dass ich da enttäuscht bin, ist doch klar, dass ich mich nicht verstanden fühle. Da muss doch der andere etwas lernen, nicht ich. Ich muss doch nicht lernen, meinen Groll aufzugeben, meine Enttäuschung … Ich bin doch der Lehrer, der andere ist doch der Schüler. Dem wollte ich doch was beibringen. Und meine Enttäuschung?  Ja, ich bin doch ein guter Lehrer. Meine Enttäuschung ist doch nicht Gegenstand des Lehrplans, sondern da hat der andere etwas zu lernen.

Und die Schulung des Kurses ist: Es ist ausschließlich ein Selbststudium, du bist immer der Lernende, immer in jeder Situation. Wenn dein Lernen nicht ankommt,  du  bist der Lernende; wenn der andere sich von dir trennt,  du  bist der Lernende; wenn der andere dich nicht versteht,  du  bist der Lernende. Nicht, du musst dem anderen erklären, sondern, du musst einen Augenblick innehalten: „Moment, wie geht’s mir, wenn der andere das nicht versteht? Was gibt’s da für mich zu lernen? Wie muss ich meine Wahrnehmung des anderen verändern, damit ich in Frieden bleiben kann?“ Nicht, der andere muss das lernen, weil ich der Lehrer bin. Und durch meine Enttäuschung spiegele ich ihm, zeige ich ihm, dass er eigentlich etwas hätte lernen müssen.

Wo ich Groll hegen, als –  nehmen wir doch den Begriff – Druckmittel verwende, als Druckmittel für den anderen und meine Enttäuschung zeigen soll, dass er etwas falsch gemacht hat und er etwas lernen muss. Und meine Wut dem anderen zeigen soll, dass er im Lernen versagt hat. Wo Groll hegen ein Teil des Lehrplans war; aber des Lehrplans, den ich für mich und für die Welt aufgestellt habe. Und das ist neu. Denn in der Psychotherapie wird dir dein Groll zugestanden als Tatsache, als gegebene, ganz natürliche Tatsache, von der du ausgehen kannst, dass du dich dafür nicht schuldig fühlen musst.  Wenn du überreagiert hast, wenn du vor lauter Wut die Wohnung „zerdeppert“ hast oder einen anderen verprügelt hast …

Aber auf eine andere Art und Weise, die berühmte „auf eine gesunde Art“ die Wut zu zeigen, die Wut zu äußern, womöglich auf eine hilfreiche Art, als pädagogische Lernhilfe, als psychotherapeutisches Heilmittel, das stellst du nicht in Frage. Das stellt der Therapeut nicht in Frage, sondern es ist Teil der Therapie. Du darfst deinen Groll hegen, da muss der andere etwas lernen. Du musst nur zeigen … Wie kannst du den Groll so zeigen, dass der andere auch wirklich merkt, dass er etwas falsch gemacht hat? Einem Terroristen so sehr zeigen, wie empört und entsetzt du bist, dass er irgendwann begreift, dass er etwas falsch gemacht hat. Denn sonst wärst du ja nicht entsetzt, sonst wärst du ja nicht wütend. Du bist ja nicht umsonst wütend, du bist ja nicht umsonst verletzt, eben.

Und mit dem Kurs lernst du, dass nichts hier eine Tatsache ist, gar nichts, überhaupt nichts. Es ist nichts hier natürlich, gar nichts. Es ist nichts von Gott gegeben worden. Das Ego will analysieren und analysieren heißt, einen Grund finden. Das Ego will forschen. Das Ego sucht die Wahrheit und wir suchen nicht mehr die Wahrheit. Wir suchen nur Fehler, überhaupt nur Fehler, ohne jede Ursache.

Es gibt eine Analyse:

»Ich bin wie GOTT mich schuf.«
»Ich werde von der LIEBE GOTTES erhalten.«
»GOTT ist nur LIEBE und daher bin ich es auch.«

Das ist eine Analyse. Aber alles andere ist keine Analyse, denn eine Analyse setzt voraus, dass du eine Tatsache findest. Hier ist aber nichts eine Tatsache. Forschung setzt voraus, dass du das finden kannst, wonach du forschst. Also ist jede wissenschaftliche Forschung nichts anderes als Illusionen zu machen. Wer Illusionen sucht, wird die Wahrheit finden – oder Illusionen? Wer einen Grund sucht, wo es keinen gibt, wird einen Grund machen –  müssen,   nicht einen finden, der schon da ist. Und das Groll hegen ein Teil meines Lehrplans ist, um andere zu überzeugen, dass sie was falsch gemacht haben. Das heißt, ich will nicht immer der Lernende sein. Ich will es nicht, da hast du was zu lernen, behaupte ich. Und das ist das Ego-Denksystem. Warum? Weil nur auf diese Art und Weise, hör gut zu, spalte ich mich in zwei Selbste auf, von denen ich das eine bin und du das andere.

So entzweie ich die SOHNSCHAFT. So, das ist das Mittel. Da hab ich nichts zu lernen, sondern du. Schon bist du von mir verschieden. Schon sind wir im Lernen nicht mehr gleich. Schon sind Lehrer und Schüler nicht mehr auf derselben Lernebene; sie teilen nicht mehr ihr Lernen miteinander. Der Lehrer hat aufgehört zu lernen. Ein Lehrer, der aufgehört hat zu lernen, ist kein Lehrer mehr. Wissende lehren nicht und haben nichts zu lernen und lehren überhaupt nicht, auch nicht andere. Lernende sind immer Lehrer und Schüler gleichermaßen. Sobald du glaubst, da hat der andere etwas zu Lernen, bist du kein Lehrer mehr.

Doch – ein Lehrer von Illusionen, du lehrst Trennung. Und das tust du, das tut jedes Ego. Ein Arzt lehrt den Patienten, dass der Patient krank ist. Darum glauben ja Ärzte, dass sie Wissende sind. Und der Patient unterstützt ihn dummerweise auch noch. Es sei denn, der Patient berichtigt den Fehler des Arztes in seinem eigenen Geist. Und umgekehrt der Arzt, wenn der Patient ihm sagt: „Ich bin krank“. Dann muss der Arzt sofort die Krankheit im eigenen Geist berichtigen und dem nicht zustimmen. „Ja, ja, sie sind krank, ich nicht.“

Der eine Mechanismus erhält die Trennung jeden Tag in tausenden von Situationen aufrecht, selbstverständlich. Der andere Mechanismus ist ein „Undoing“ und hebt die Trennung auf. Und da musst du die Angst kontrollieren. „Ja, heißt das, dass ich jetzt auch Krebs hab?“ Das ist deine Angst. Da glaubst du, wenn du dir etwas bewusst machst, dann kriegst du es. Du kriegst doch nicht etwas, nur weil du es dir bewusst machst. Wenn ich mir jetzt bewusst mache, dass ein Flugzeug abgestürzt ist, sitze ich dann deswegen drinnen? Dann dürfte ich nie die Tagesschau sehen. Dann dürfte ich mich nicht mit anderen unterhalten. Durch die Bewusstmachung mache ich mir lediglich bewusst, wie ich die ganze Zeit denke, aber da verursache ich doch nichts – durch die Bewusstwerdung – eben nicht. Da werde ich mir nur bewusst, was ich unbewusst ständig verursachen würde, in einem Labyrinth der Zeit. Das ist der Aufhebungsmechanismus.

Ein Lehrer GOTTES lernt immer selber, immer.  Und dann lernt er, dass er absichtlich Groll hegt, absichtlich, um sich vom anderen zu trennen. Das ist einfach nur das Mittel. Dann fühlt er sich abgelehnt. Und jeder ungeheilte Therapeut würde dir das als Tatsache attestieren und würde dich auch noch ermutigen, Groll zu hegen. Das muss er tun, weil der Psychotherapeut selber die Ego-Psychotherapie lehrt, nämlich, dass du dich vom anderen abgrenzt. Ein Heiler, der nicht selber heilt, ist kein Heiler. Ein Lehrer, der nicht selber lernt, ist kein Lehrer.

Und das soll dir mit dem Kurs immer mehr bewusst werden, immer mehr. In jeder Situation. Das Groll hegen, enttäuscht sein, ein Teil des Lehrplans ist, den du für diese Welt aufgestellt hast. Ein Teil des Lehrplans sich aufzuspalten. Und die Spaltung als gegeben vorauszusetzen, als Tatsache. Das ist doch eine Tatsache, dass ich jetzt enttäuscht bin und die nächste Frage kommt: „Ja, darf ich das nicht sein, soll ich das womöglich unterdrücken?“ Groll hegen. „Aber da hat doch der andere etwas zu lernen“. Ja, okay, so machst du die Welt. Und du kannst dir nicht vorstellen, was Erlösung bedeutet, während du die Welt noch wahrnimmst.

»Du bist kein Körper.«

Du nimmst Körper wahr, du bist aber keiner. Wenn dir der Gedanke nicht jeden Tag lieb und teuer ist, dann wirst du die Lektion überhaupt nicht verstehen, die du machst, denn du bist kein Körper. Und du sollst bemerken, dass du kein Körper bist. In dem Zustand, wo es anderen schlecht geht, geht’s dir nicht schlecht. Und in dem Zustand, wo es anderen gut geht, geht es dir nicht deshalb gut, weil der Köper gerade gesund ist, sondern dir geht’s gut. Darum geht es. Diese Unabhängigkeitserklärung, diese Erklärung der eigenen Freiheit. Und dazu musst du bereit sein, dass es für dich gilt, dass alle Dinge für dich Lektionen sind.

Jesus konnte nicht anderen sagen: „Hört mal, im Kurs steht, der VATER will gar nicht, dass ich gekreuzigt werde, also hört auf, mich zu kreuzigen. Da habt ihr was zu lernen.“ Er hat gelehrt, dass die Kreuzigung sinnlos ist, aber er sollte nicht andere überzeugen, dass sie damit aufhören. Er musste selber lernen, wie sehr er noch glaubt, dass die Kreuzigung ihm schadet, das andere aufhören müssen, das andere den Kurs machen müssen, das er anderen den Heiligen Geist vermitteln soll.

Er sollte aus ihnen, aus ihnen, die Bitte hören: „Jesus, glaub du nicht an das, was sie machen. Glaub du nicht, sei du nicht enttäuscht, wenn sie dich doch kreuzigen. Sei du nicht enttäuscht, wenn sie sagen: „Anderen hat er geholfen, selber kann er es nicht. Heg du jetzt keinen Groll. Obwohl du Blinde und Lahme geheilt hast und Brot vermehrt hast, sei du nicht enttäuscht, wenn sie dich jetzt kreuzigen. Das wird deine Lektion sein, Jesus, (wurde ihm gesagt) deine.“

Bist du bereit, die anderen anders wahrzunehmen als sie dich wahrnehmen? Und damit bleibt dir nur die Tageslektion für dich. Denn die Erlösung kommt nicht vom anderen, die kommt von dir. Und die Kreuzigung kommt auch nicht vom anderen, die kommt auch von dir.

»Denn du bist kein Körper. Du bist frei«.

Du musst nur deine alten Überzeugungen, wo nichts eine Tatsache ist, gar nichts, überhaupt nichts, die musst du für dich berichtigen. Und weil du das für dich machst, bist du lediglich ein Beispiel, dem vielleicht jemand nachfolgt, weil er selber die Entscheidung trifft, aber nicht weil du ihm sagst, er muss sie treffen. Sonst bist du enttäuscht, sonst haben andere dich doch gekreuzigt, sonst sind andere doch Schuld, sonst haben es andere verhindert, dass du glücklich sein kannst und auferstehen kannst. Sonst haben andere verhindert, dass du ein Kurslehrer bist, dass du den Kurs lernen kannst. Weil, du wolltest ihn ja anderen beibringen und diese Deppen haben es nicht akzeptiert, also konntest du kein Lehrer sein. Deshalb musst du Groll hegen, weil du deine Aufgabe nicht erfüllen konntest und deshalb bist du enttäuscht.

Sowie ein Lehrer in der Schule. Ja, Lehrer sind enttäuscht, weil die noch den Schulrat über sich haben, der sie dann prüft und sagt: „Ja also, warum gibt es in Ihrer Klasse so viel schlechte Schüler? Sie sind wohl kein guter Lehrer?!“ So denkst du. Du wirst aber nicht geprüft, du stehst nicht vor einer Herausforderung. Es prüft niemand, wie vielen du den Kurs beigebracht hast, überhaupt niemand. Wenn dein Geist in Frieden ist, wo er vorher Groll gehegt hat, dann hast du etwas gelernt; und selbst wenn du nur ein einzelnes Licht in der ganzen Verwandtschaft bist, in der ganzen Stadt, in dem ganzen Freundeskreis, und niemand von dir den Kurs hören will und niemand das gelernt hat. Du wirst bemerken, wenn du es gelernt hast. Du bist damit in Frieden, du hegst keinen Groll, du hast deine Aufgabe erfüllt.

Es geht doch nicht darum, wie vielen du den Kurs beigebracht hast. Wann hast du deine Aufgabe erfüllt? Wenn du ihn machst, wenn du in Frieden geblieben bist. Denn du hast eine Rolle, die kannst nur du erfüllen. Du selber, nicht bei anderen, sondern nur du selber. Aus dem Grund brauchst du ja grenzenlose Geduld mit dir. Und in der Logik mit anderen. Du überlässt ihnen den Zeitpunkt völlig. Das musst du machen, damit du keinen Groll hegst, damit du nicht ungeduldig wirst. Damit du nicht andere überprüfst, du wirst selber nicht geprüft. Es geht nicht darum, wie vielen du den Kurs beigebracht hast.

Es geht darum, ob dein Geist vollständig geheilt ist. Von jeder Überzeugung, dass es überhaupt andere gibt. Denn das ist dein Problem. Es gibt nämlich keine anderen, das sind deine Projektionen. GOTT hat nur einen SOHN und der bist du. Und das Ego würde sofort wieder sagen: „Ja, ja, das will ich ja bloß dem anderen sagen.“ Ne, das musst du selber lernen.

»Es gibt nur ein Leben, und das teile ich mit GOTT«.

Und völlig egal, wie viele andere ich sehe, ich hab es zu lernen. Es ist mein Kurs in Wundern. Und dann bemerke ich allmählich, dass Groll hegen, sehr wohl Teil meines Lehrplans wäre. Aber dann bemerke ich erst, dass ich Groll lehre – nicht das der da ist – ganz natürlich. Dann bemerke ich, dass ich Enttäuschung lehre, nicht das ich selbstverständlich enttäuscht bin. Enttäuschung ist keine Tatsache, Trauer ist keine Tatsache. Das muss nicht sein, dass ich enttäuscht bin. Auch nicht, weil ich mir so viel Mühe gegeben hab. Dann gib dir nicht so viel Mühe. Dann spar dir deine guten Absichten und lass dich führen. Denn wenn du ein Beispiel bist, dann kann dir nachgefolgt werden. Okay, angemessen an die Illusion der Zeit, abhängig von der Freiheit des anderen Geistes, in den du dich nicht einmischen kannst und auch nicht sollst …

Er bestimmt, genau den Zeitpunkt wie du, wann er aufhört, Groll zu hegen. Wann er nicht mehr anderen was beibringen will, was er selber nicht lernen will. Was will er selber nicht lernen? Was willst du anderen beibringen? Deinen Groll! Und du willst nicht selber lernen, ihn aufzugeben, weil du glaubst, du hast einen Grund dafür. Womöglich nur, weil du es nur gut meinst. Du vergibst aber nicht, weil du gut bist. Vergiss das nicht. Du vergibst nicht, weil du anderen helfen willst, sondern du vergibst, weil das hilfreich ist, für dich selber. Und deshalb sind die Groll-Lektionen ja so unangenehm. Weil ich endlich Groll als etwas Gelerntes akzeptieren muss, als Teil meiner guten Absichten, als Teil des Lernens der Welt.

Meine Enttäuschung wird absichtlich gelehrt. Aus dem Grund haben wir mal in der Psychotherapie zumindest ansatzweise die Einsicht gehabt, dass das ein Druckmittel ist. und das hast du gemerkt, dass deine Mutter, das als Druckmittel einsetzt oder dein Vater oder dein Ehepartner oder Freunde. Freunde tun so etwas mit Vorliebe oder ein Arbeitskollege: Trauer als Druckmittel, Enttäuschung als Druckmittel, als Manipulationshilfe, den anderen rumzukriegen, an sein Schuldverantwortungsgefühl appellieren. Ja, wo du wirklich daran appellierst, ja, der andere muss sich doch jetzt endlich schuldig fühlen.

Wie lang soll ich ihm noch zeigen, dass ich enttäuscht bin? Muss ich mich erst umbringen, bis er merkt, dass er was falsch gemacht hat? So denken viele Selbstmörder. Viele. Das ist ja das hundsgemeine, das lieblose an den Selbstmördern. Ja, das sag ich jedem Selbstmörder: „Hör auf mit dem Scheiß, das ist hundsgemein, hör auf mit deinem Groll. Mach keinen Druck mit deiner Enttäuschung.“

Denn das vergiftet die Liebe, die wir füreinander hegen. Und Freunde machen sich gegenseitig auch noch Mut und ungeheilte Psychotherapeuten, weil sie es als gegeben voraussetzen. Moment, ich bin nicht manchmal der Wissende und manchmal der Lehrer. Ich bin immer der Lehrer, ich bin überhaupt nie der Wissende. Das heißt, ich geh nie von einer Tatsache aus, überhaupt nicht. Wissen beruht auf Tatsachen und hier ist nichts eine Tatsache. Also, muss ich aufhören, dass als pädagogisches Erziehungsmittel zu verwenden.

Und dann bemerke ich natürlich, wie wenig ich da geliebt habe. Dass ich mein Versagen zu vergeben, gerechtfertigt hab – mit einem alten Therapieplan – Groll hegen, Enttäuschung zeigen. Also, dem anderen zeigen, was er falsch gemacht hat. Aber wie kann ich, wenn ich selber was falsch mache, dem anderen zeigen, dass er was falsch gemacht hat? Wie kann ich, wenn ich selber im Irrtum bin, dem anderen zeigen, dass er im Irrtum ist? Das geht doch nicht. Das muss ich begreifen.

Ich kann doch nicht die Angst mit der Angst berichtigen. Aber das ist die Einsicht, die der Heilige Geist mir in dem ganzen Lehrplan gibt – in mein eigenes vergangenes Lernen, nicht Wissen. Und meine Analyse würde nicht identifizieren, dass das keine Tatsache ist, denn die Idee der Analyse ist ja, die Tatsache zu finden. Die Idee der Forschung … Und was heißt forschen? Nachdenken, überlegen. Also, spar dir deine Überlegungen, du forscht nur nach, spar dir dein Nachspüren. Spar dir dein dich mit jemandem darüber zu unterhalten, denn du willst nur was herausfinden. Was denn? Na, eine Tatsache. Und du willst aufhören, zu lernen, du willst aufhören, zu vergeben. Sondern, du willst damit Recht haben. Und du suchst dir eine Unterstützung, die dir Recht gibt. Ja, damit du bei dem Gefühl bleiben, und Trauer als Druckmittel verwenden kannst. Denn das ist ein Druckmittel.

Es befreit nicht, es verdammt. Und es ist so selbstverständlich im bisherigen Lehrplan, dass es als Tatsache behandelt wird, es wird nicht in Frage gestellt. Es wird von denen, zu denen du gehst, wenn du Hilfe suchst, von den Therapeuten, nicht in Frage gestellt. Also, können sie dir keine Hilfe geben. Es ist nicht Gegenstand ihrer Therapie, denn dann müsstest du anderen Geistes werden. Du gehst aber nicht zum Psychotherapeuten, damit du therapiert wirst, sondern damit du bestätigt wirst und dann andere therapieren kannst. Weil jeder, der zum Psycho geht, will ja selber ein Psycho sein.

Und wir lernen alles und jeden unter allen Umständen erstmal zu vergeben und dann zu verstehen. Erstmal sich berichtigen. Wozu dient mein Groll? Ist mein Groll eine Tatsache oder muss er  sein oder muss er  nicht sein? Muss ich daran festhalten? Alte Formulierung. Oder kann ich ihn loslassen? Will ich damit Recht haben oder will ich glücklich sein? Eine neuere Formulierung des Kurs in Wundern. Will ich meinen Groll lehren oder will ich ihn aufgeben? Lehrer und Schüler immer in einer Person sein, immer – nur das innere Beispiel. Und je mehr das tun, umso mehr teilen ihr Lernen miteinander, ihr Lernen miteinander.

Und das sind diejenigen, die sich erlösen; die sich erlösen und die die Welt erlösen. Weil sie sich erlösen, nicht weil sie die Welt erlösen, sondern weil sie sich erlösen. Die die Welt heilen, nicht weil sie die Welt heilen, sondern, weil sie sich heilen. Die der Welt Frieden geben, nicht weil sie der Welt Frieden geben, sondern weil sie selber in Frieden sein wollen. Weil sie sich vergeben, haben sie der Welt vergeben. Weil sie sich heilen, sind sie nicht allein geheilt. Warum? Weil – jeder der heilt, heilt automatisch andere, weil er nicht mehr mit ihnen in Groll ist. Jeder, der sich vergibt, vergibt automatisch anderen, weil er sie nicht mehr beschuldigt.

Es ist ein Kurs, der ausschließlich auf dich wirkt. Und dadurch heilen deine Beziehungen. Nicht, du heilst die Beziehung mit deinem Partner, indem du dem sagst, was er machen soll. Du heilst. Und das heilt die Beziehung. Stell dir einfach vor, du hättest eine Wunde, und die Wunde würde aus fünf Körperzellen bestehen, die verwundet sind. Und du bist eine dieser verwundeten Körperzellen und willst andere Körperzellen heilen? Geht nicht. Wenn du geheilt bist, ist das ansteckend. Wenn du nicht geheilt bist, wie willst du andere heilen?  Geht doch gar nicht. Wie will ich etwas geben, was ich überhaupt nicht empfangen habe? Was ich überhaupt nicht empfangen habe. Wie will ich etwas lehren, was ich selber nicht gelernt habe? Was ich selber nicht gelernt habe, vollständig, ich – im Frieden zu sein, ich – keinen Groll mehr zu hegen.

Und das ist das einzig Schwierige an diesem Kurs in Wundern, ihn selber machen zu wollen. Und jetzt könntest du mir sagen: „Ja, warum, sagst du das dann uns?“ Ich lerne es selber. Wenn du nicht willst, dass ich es sag, dann schalt doch jetzt ab, oder geh doch hier raus. Ich bin doch nicht enttäuscht, wenn du rausgehst. Aber auch du bist immer mit irgendjemanden, die Frage ist: Willst du kontrollieren, ob er es gelernt hat? Oder willst du durch dein eigenes Beispiel belegen, dass du es gelernt hast.

Worauf zielt der Kurs ab? Möglichst viel über den Kurs zu wissen? Nein, in Frieden zu sein. In Frieden zu bleiben, egal was passiert. Egal, was andere davon halten, was du sagst. Egal, wie sie  re-agieren. Denn nur, wenn es erstmal egal ist, wie sie re-agieren, machst du dich nicht mehr abhängig davon und dann wirst du allmählich bemerken, dass sie anders  re-agieren, wenn du deine Lektion oft genug selber gelernt hast. Oft genug, wirst du erleben, dass sie ganz allmählich anders reagieren, ganz allmählich wird einer nach dem anderen dazukommen; manchmal einer den du kennst, manchmal jemand mit dem du lebst. Davon ist aber nichts abhängig, überhaupt nichts.  Du bist abhängig, von dem was du lernst. Und der andere ist abhängig davon, ob du es lernst – ob du selber das lernst.

Wenn Jesus die Lektion nicht gelernt hätte, wenn er gewollt hätte, dass Judas ihn nicht verrät und das die Römer ihn nicht kreuzigen, dann hätte bis jetzt noch niemand die Lektion gelernt, noch keiner, noch kein einziger. Jeder Lehrer lernt seine Lektion selber. Wenn Franziskus die Lektion nicht selber gelernt hätte, wenn er gewollt hätte, dass sein Vater die lernt, dass der seinen Reichtum aufgibt, dass der ihn aufgibt oder seine Freunde, dass die das aufgeben … Ne, er hat es ganz allein aufgegeben, während seine Eltern noch fett gelebt haben und seine Freunde auch. Er hat nicht gesagt, ich lern das nur, wenn ihr kommt. Er hat ganz allein angefangen. Es kamen Freunde, okay, ein paar. Aber selbst, wenn keiner gekommen wäre, wär er nicht enttäuscht gewesen. Es sind halt welche gekommen. Aber die wenigsten waren seine Freunde …

Ein Gedanke zu „Morgensession vom 27.3.2017 – Mitschrift der ersten 45 Minuten“

  1. Vielen Dank für die Fleißarbeit!
    Damit kapier ich das vielleicht endlich, das mit dem Groll hegen… hoffentlich geht das mal in meinen Kopf.
    Ganz liebe Grüße!

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