Nicht wahrzunehmen heißt: blind zu sein!

Ich nimm nicht wahr, was zu meinem Besten dient. Was bedeutet das? Ich muss bemerken, was mit der Situation nichts zu tun hat. Und was bemerke ich dann? Das Ausmaß der Situation. Dann bemerke ich , dass das, was damit zu tun hat, was ich ausblenden wollte, dann kann ich es nicht mehr ausblenden. Und dann sehe ich, dass meine Vision unzureichend war. Dann bemerke ich, dass ich keine Entscheidung alleine treffen kann und nie konnte. Wer muss dann heilen? Mein Geist. Also geht es nur um die ersten beiden Schritte. Die ersten 220 Lektionen, auf jeden Fall, sind nur die ersten beide Schritte. Und im zweiten Teil lerne ich dann, den Schritt, der von Gott kommt, mit ihm zu gestalten, weil ich gelernt habe, meinen Willen zu berichtigen und nicht zu behaupten. Das wäre für das Ego: „Ich muss meinen Willen opfern“. Nein, ich habe versucht, den Willen Gottes zu opfern und habe nur einen winzig kleinen Teil eines unendlich großen Willens, den habe ich für mich behalten. Das ist, wie wenn ich von 100 Euro einen Cent haben will und ich bemerke nicht, dass ich
99 Euro und 99 Cent geopfert habe. Aber ich will unbedingt den einen Cent haben und wehe, den nimmt mir einer weg. Das ist dann meine Angst, den kann mir einer wegnehmen. Warum habe ich die Angst? Weil ich 99 Euro und 99 Cent weggegeben habe, geopfert habe. Und drum habe ich Angst, mein Wille könnte geopfert werden. Das ist die Ursache meiner Angst, für die bin ich verantwortlich. Was ist meine wahre Verantwortung? Die ganzen 100 Euro. Die gehören aber nicht nur mir. Der eine Cent sollte nur mir gehören. Die 100 Euro sind mein wahrer Besitz, den ich mit den Besitzern der 100 Euro teile. Und dann kann mir kein Cent mehr verloren gehen – ein ganz simples Gleichnis. Aber die Erfahrung geht über das Gleichnis hinaus. Und was lerne ich? Alles, was ich mir für den einen Cent kaufen will, war lächerlich wenig. Und wenn ich mir mal für den einen Cent nichts kaufen konnte, was habe ich dann verloren? Na nichts, gar nichts. Denn was kriege ich schon für einen Cent? Nur Dinge, die vergehen. Denn 1 Cent ist ein bisschen wenig, um alles zu wollen. Da kriege ich sowieso nie alles. Also
muss ich meinen einen Cent, den 99 Euro und 99 Cent zurückerstatten. Verliere ich sie dann? Solange ich der Eigentümer von 1 Cent sein will ja. Wenn ich das nicht mehr sein will, gewinne ich nur: Nämlich, ich gewinne diejenigen, die die Eigentümer der ganzen Summe sind. Die brauche ich erst mal.  Denn alleine kann ich keine 100 Euro haben, auch keine 2 Cent, geht nicht. Ich muss schon meine Identität mit denen teilen, denen alles gehört. Mir kann nicht alles gehören. Das muss ich natürlich akzeptieren, dass das so ist. Und dann habe ich auch nicht mehr vor dem Willen
Anderer Angst, weil es dann nicht mehr Andere sind. Dann treffe ich keine eigenen Entscheidungen mehr, weil ich nicht mehr eine eigenständige Person mit einem eigenen Willen sein will. Und dann ist auch der Wille Anderer nicht bedrohlich, weil es keine Anderen mehr sind. Das ist einfach der Kurs in Wundern. Ich muss mir des Christus zumindest bewusst werden. Ich nehme nicht wahr, was für mich in dieser Situation zu meinem Besten ist. Und dann gehe ich zur nächsten Situation über. In zwei Minuten kann ich schon ein paar Situationen berichtigen. Deine Bilder wurden bereits ersetzt. Wenn du die ersten beiden Schritte tust, wirst du sehen, dass dem so ist. Und nachdem die Idee gestern eingeführt wurde, wird sie heute fortgesetzt. Es ist immer noch dieselbe Idee. Es werden noch mehr Ideen dazukommen, ohne dass die eine Idee aufgegeben wird. Aber es könnte ungeheuer befreiend sein, Angst loszulassen. Vorstellungen die nicht meinem Besten dienen aufgeben, anstatt sie verbissen zu verfolgen, obwohl sie noch nie jemand erreicht hat Und zu glauben, dass ich das schaffe, das ist wirklich kindisch. Und zu glauben, dass ich das schaffen muss, ist kindisch. Und verzweifelt zu sein, dass ich das nicht geschafft habe, ist kindisch. Und Andere zu beschuldigen, warum ich es nicht geschafft habe, oder mich, ist kindisch. Aber was, wenn ich auf einmal einen Augenblick wahrnehme, was zu unserem Besten dient? Dann erlebe ich, dass das das ist, was zu meinem Besten dient, denn anders kann es nicht sein. Dann ist meine Wahrnehmung einen Augenblick wahr und vollständig. Da ist in meiner Wahrnehmung keine Schuld, weil keiner dem Anderen etwas schuldet. Bin ich froh, dass mir die gegeben wird. Wie würdig muss ich sein, dass mir das gegeben wird. Wie würdig muss der Andere sein, wenn ich das ihm geben soll. Ich könnte mich einen Augenblick schon mal darüber freuen, dass ich nicht wahrnehme, was zu meinem Besten dient. Denn wenn ich das wahrnehmen würde, würde ich immer etwas wahrnehmen, was nicht zu meinem Besten dient, und das wäre auch sch…… Also könnte ich das doch einfach mal berichtigen als einen Schritt und dann sehen, was mir gegeben worden ist. Hier könnte ich die Idee der Weiblichkeit benützen, dass ich empfange, um zu geben. Denn das ist doch die Idee der Weiblichkeit. Eine Frau empfängt ein Kind, um es zu geben. Dass ich tatsächlich empfänglich werde, um zu geben. Als Mann glaube ich eher, ich bin der Macher. Was ist, wenn ich aber empfänglich werde? Hier kann ich tatsächlich eine Idee meines Geistes benützen. Allerdings empfangen nicht um es für mich zu haben, und das kann ich auch sehen, eine Frau kann ihr Kind nicht für sich haben, sie muss es geben. Sie hat es empfangen, aber es bleibt nicht bei ihr, in ihrem Bauch. Gut, dann wissen wir ja, was wir heute einige Male zwei Minuten lang tun sollen. Und ich muss mir auch bewusst sein, den Kurs mache ich nicht, und sage dann: „so, jetzt habe ich den Kurs einmal gemacht, jetzt brauche ich keine Lektionen mehr“, sondern den Kurs mache ich als einen Dienst, die Welt braucht die Lektionen, meine Welt, also muss ich die Lektionen weiterhin geben, um meine Wahrnehmung zu berichtigen. Das mache ich nicht nur für mich. Wenn ich geheilt bin, bin ich nicht alleine geheilt. Was ist Heilung? Berichtigung. Ich brauche keine weiteren Lektionen, aber die Lektionen brauche ich, und die sollte ich nicht wegnehmen. Und wenn mein Bruder glaubt zu wissen, was zu seinem Besten dient, dann kann ich das in meinem Geist als Fehler berichtigen. Und wenn er glaubt zu wissen,  was zu meinem Besten dient, dann muss ich mich dagegen nicht wehren, ich kann es als Fehler in meinem Geist berichtigen und mir dann von der Vergebung sagen lassen, was ich tun soll. Und dann kann es sein, dass ich es tue, und ihm zeige, dass ich mich dagegen nicht wehren muss, damit er und ich etwas lernen. Wir müssen nicht in Konflikt sein. Dann dient die Lektion einem übergeordneten Ziel. Und was kann ich dann sehen? Dass nichts Wirkliches bedroht sein kann. Und das kann der Andere daran sehen, dass ich mich nicht dagegen wehren muss. Das sind nur Lernschritte. Das Ergebnis kann noch eine Weile dauern, da brauche ich Geduld. Aber diese Schritte muss ich mit meinem Bruder gehen.

(Michael Ostarek, Mölmeshof, 18. Juni 2012, Auszüge aus der Morgensession)

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