Vergebung ist meine Funktion, als der, der ich bin, als Licht der Welt

Hier die letzten Sätze der Session von heute morgen:

Und darum ist die Opferrolle nicht mit dem urteilenden Geist zu analysieren, dadurch finde ich sie nicht. Ich muss tatsächlich zurücktreten und auf eine Verliebtheit schauen, auf eine Fehlidentität, in die ich mich gebracht habe. Vergebung ist meine Funktion als Licht der Welt.. Ich möchte meine Funktion erfüllen, damit ich glücklich bin. Lass darauf bezogene Gedanken ungehindert kommen, denn dein Herz wird diese Worte erfassen und in deinem Geist ist das Bewusstsein, dass sie wahr sind. Sollte deine Aufmerksamkeit abschweifen, dann wiederhole denGedanken und füge hinzu, „ich möchte mich daran erinnern, weil ich glücklichsein will. Und wieder kann ich, je häufiger ich die Tageslektion verwende, als die Lektion, unter die der heutige Tag gestellt sein soll, umso eher kann ich bemerken, wenn ich von dieser Lektion abweiche, wenn ich Illusionen über mich und die Welt hege. Es gibt wirkliche Gedanken des Lebens. Es gibt eine Liebe, eine Form von Liebe, die tatsächlich eine Gabe ist, die ich mir geben kann. Dann nehme ich mir gar nichts, die muss ich geben. Und was ist die einfachste Formulierung? Woran kann ich sehen, dass das eine Gabe sein muss? Weil sie kein Ding ist. Einen Apfel kann ich mir nehmen, einen Pullover kann ich mir nehmen, oder auch nicht. Eine Hand kann ich nehmen, einen Kuss kann ich nehmen, Vergebung kann ich nicht nehmen. Woher denn? Wo ist sie denn? Wo ist sie denn? Ich muss sie selber geben, ich muss sie aktiv denken. Ich muss diesen Satz geben, denn er liegt nirgendwo rum. Ich kann ihn nicht essen, ich kann ihn nicht trinken, ich kann ihn nicht fühlen, ich kann ihn gar nichts, ich muss ihn denken, ich muss ihn geben. Ich muss mich hinsetzen, die Augen schließen und geben. Vergebung ist meine Funktion als Licht der Welt. Und damit tue ich mich schwer, weil ich das selber geben muss. Das kann ich mir von niemandem nehmen. Du beschuldigst mich –  ich kann Vergebung geben, du schaust sauer – ich muss sie geben. Sie ist nicht
manifestiert in irgendeinem Ding. Also ist es eine Gabe. Also ist es eine Gabe,
die ich mir geben kann. Alles andere kann ich nehmen, das nicht. Das ist der
prinzipielle Unterschied, und darum tue ich mich so schwer damit, weil das das
einzige ist, was ich nicht nehmen kann.

Ich komme also ins Geben und Empfangen.
Meine Schwäche, alles, was aus meiner Schwäche kommt, das kann ich mir nehmen.
Aus meinem Hunger kommt das Brot und der Apfel, den kann ich mir nehmen. Essen ist Teil meiner Bedürftigkeit, Teil meines Nehmens. Liebe ist nicht Teil meiner Bedürftigkeit, die muss ich geben. Es hat also nichts damit zu tun, wenn ich
mir etwas nehmen will, dann spielen Raum und Zeit eine große Rolle, denn je
weiter das zeitlich weg ist, umso weniger kann ich es mir nehmen. Und je weiter
das räumlich weg ist, umso weniger kann ich es mir nehmen. Wenn ich aber etwas
gebe, dann spielen Raum und Zeit keine Rolle mehr, überhaupt nicht. Dann spielt
meine Beziehung zu dir keine Rolle mehr. Dann spielt der Zustand, indem ich in
meinem Nehmen bin, keine Rolle, ich kann das in jedem Zustand, in jeder Situation,
unter allen Umständen mir geben, ich bin frei. Ich muss mich nur damit vertraut
machen. Dann haben wir jetzt noch die zentrale Aussage dazu gehört: Lektion 62,
Vergebung ist meine Funktion. Es ist ein Unterschied, ob meine Funktion ist, bedürftig zu sein. Das ist eigentlich gar keine Funktion, das ist die Verleugnung einer Funktion, oder, ob ich tatsächlich in meiner Funktion bin. Wenn ich nämlich bedürftig bin, sage ich eigentlich, „ich habe keine Funktion, du hast eine“. Wenn ich wirklich lieben will, dann muss ich wieder in einer Funktion sein, und dann erst funktioniert der Körper, vorher funktioniert er gar nicht, nicht wirklich, nicht als Tempel des Heiligen Geistes, nicht auf eine Art und Weise, die mir hilft, nicht so, dass ich den Körper benützen kann. Denn, wenn ich den Körper ständig befriedigen muss, dann kann ich ihn ja nicht benützen, dann benützt er mich. Es geht also um meine Erlösung. Vergebung ist meine Funktion als der, der ich bin, als Licht der Welt.

(Michael Ostarek, 21. Juli 2012, Morgensession auf dem Mölmeshof)

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